No more Thatcherism

„Machen Sie kehrt, wenn Sie wollen. Die Dame wird es nicht tun.“ – So ist es nun: Margaret Thatcher wird nicht zurückkehren. Sie ist gestern im stolzen Alter von 87 Jahren verstorben. Ich möchte hiermit einer Frau huldigen, so umstritten sie auch gewesen sein mag, die zeitlebens für ihre Überzeugungen einstand und in ihrem Leben wirklich viel erreicht hat. Könnte sie jetzt noch einmal auf ihr Leben zurückblicken, so mag es sicherlich einiges geben, dass sie ändern wollen würde, aber meiner Meinung nach, kann sie stolz sein, auf das, was sie erreicht hat, was sie war und was sie nun ist.

Margaret Thatcher, eine Frau, die sich zeitlebens als Führungsfigur verstand und immer den ihrer Meinung nach direkten Weg wählte. Als erste weibliche Premierministerin Englands stellte sie als diese zudem noch einen Rekord auf, denn ihre Amtszeit reichte von 1979-1990. Sie schaffte es mit ihrer Wirtschaftspolitik, die sich am Boden befindende Ökonomie des Landes wieder anzutreiben.

Wer jedoch in ihrer Arbeit und ihrem rigorosen politischen Vorgehen auch nur eine Spur von Wärme oder Einfühlsamkeit zu suchen versuchte, wurde von der eisernen Lady stark enttäuscht. Bürgernähe, Vertrauen, Menschlichkeit gehörten nämlich keineswegs zu den Zielen ihrer politischen Karriere. Vielmehr ließ sie keine Kompromisse zu, überließ nichts dem Zufall. Sie suchte die Perfektion mit rhetorischer Muße in unverhüllten Worten in ihren Reden und verstand stets die Mittel sich als Frau in ihrer Position Gehör zu verschaffen. „Ihre größte Kraft war das Wort“, so die Süddeutsche Zeitung heute in einem Artikel.

 „In politics, if you want anything said, ask a man. If you want anything done, ask a woman” (Margaret Thatcher).

Egal, ob man nun ihre Ansichten teilte oder gegen ihren politischen Radikalismus hetzte, so muss man ihr zugutehalten, dass sie sich für das Land einsetzte, Eindruck hinterließ und vieles auch zum Guten wendete. Sie war die Frau, die in vielen Köpfen den Begriff Thatcherism prägte und ihn vollkommen verkörperte. Wenn auch ihre Vorgehensweise in vielerlei Hinsicht oft als zu radikal eingeschätzt wurde, so wurde die Idee vom Wachstum ihres Landes in den elf Jahren ihrer Amtszeit niemals in Frage gestellt. Anhänger lobten ihren Willen, die Wirtschaft des Landes wieder anzukurbeln, doch Gegner kritisierten ihr fehlendes Gemeinschaftsgefühl und die daraus resultierenden Entscheidungen. Mit der Maßnahme einer Kopfsteuer läutete sie selbst das Ende der Ära der eisernen Lady ein und trat im November 1990 unter Tränen von ihrem Amt zurück.

Stur und scheinbar ohne Gewissen, aber kompetent und doch zerbrechlich, eine Frau, die, so umstritten viele ihrer Handlungen auch waren, bis zum Ende für ihre Stärke zu bewundern war und es noch immer ist. Sie hat vieles erreicht und vieles in den Köpfen der Menschen zurückgelassen. Und so schließe ich mit den Worten von Helmut Kohl zum Tod von Margaret Thatcher: „Und so verneige ich mich mit stillem Gruß und tiefem Respekt.“

*S.

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